Der neue Vorstand

News 2013

Einen neuen Vorstand hat der Kulturkreis Erftstadt in seiner letzten Mitgliederversammlung einstimmig gewählt. Vorsitzende wurde Katrin Fischbach. Die  Rechtsanwältin aus Lechenich tritt damit die Nachfolge von Horst Küstner an, der, wie auch die übrigen Vorstandsmitglieder, für den Vorstand des Kulturkreises nicht mehr zur Verfügung stand. Um eine drohende Auflösung des Kulturkreises zu verhindern, wurde in der Mitgliederversammlung im September letzten Jahres  der Lechenicher Peter Isakeit von den Mitgliedern mit der Bildung eines neuen Vorstandes beauftragt. Dies ist nunmehr sehr zur Erleichterung von Küstner und den Mitgliedern des Kulturkreises gelungen. Zu Stellvertretern gewählt wurden Thomas Gottschlich und Doris Krampf; Schatzmeister ist Jörg Hagemeyer, Schriftführer Ingo Brückner. Komplettiert wird der Vorstand durch die Beisitzer Dagmar Plewnia, Lucian Leseanu, Carmen Habedank-Waffenschmidt, Johannes Engel, Volker Erner und Peter Isakeit. Die Geschäftsführung wird künftig in die Hände von Susanne Gutzeit gelegt.

Der neue Vorstand hat sich zum Ziel gesetzt, das Programm zu modernisieren und auch lokalen Künstlern eine Bühne zu bieten. Das aktuelle Programm wird noch vom alten Vorstand verantwortlich begleitet. Somit ist ein reibungsloser Übergang gewährleistet.

Der Kulturkreis Erftstadt e.V.

Am 20. Februar 1972 gründeten 20 kulturinteressierte Bürgerinnen und Bürger der Stadt Erftstadt den „Kulturkreis Erftstadt“ und ließen ihn in das Vereinsregister eintragen. Erster Vorsitzender wurde Prof. Dr. Hans Pohl.

Am Anfang stand die Einsicht, dass der sich in der gesamten Bevölkerung in zunehmendem Maße entwickelnde Wunsch „Es muss nicht nur gebaut werden, es muss auch „mehr gelebt“ werden“ ganz natürlich war: Das Bedürfnis, Unterhaltung und kulturelle Veranstaltungen nicht nur außerhalb in den Großstädten der Nachbarschaft zu suchen, sondern sie in die eigene Stadt hineinzutragen, war verständlicherweise immer größer geworden.

Im Jahre 2012 wurde der Kulturkreis Erftstadt e.V. also 40 Jahre alt und ist damit nur wenig jünger als die Stadt Erftstadt. Seit 1972 haben viele Bürgerinnen und Bürger ihre Zeit ehrenamtlich für die Arbeit und Aufgaben des Kulturkreises und damit für die Einwohner dieser Stadt zur Verfügung gestellt. Angeboten wurde so ein umfangreiches und vielfältiges Programm an Kunst- und Stadtführungen, Kulturreisen, Theater-, Musik-, Kinder- und Kabarettveranstaltungen, Museumsbesuche und Kirchenführungen sowie Vorträge über die Geschichte der Stadt und die der näheren Umgebung.

Theater

Die Theaterveranstaltungen repräsentierten das vielfältige Angebot an deutscher und europäischer sowie außereuropäischer Literatur; hinzu kamen die vielen Stücke des Boulevardtheaters, die leicht und locker dargeboten wurden, vielleicht auch nachdenklich machten, aber immer vergnügliche Abende bereiteten.

Konzerte

Die Musikveranstaltungen wurden getragen von renommierten Orchestern und Solisten, die auch regelmäßig in Musiksälen der Großstädte spielten. Der Kulturkreis beschränkte sich bei der Auswahl nicht nur auf klassische Musik, sondern bezog auch den Jazz, die Klezmer-Musik oder Chansons mit ein. Die vom verstorbenen Vorstandsmitglied Walter Kane ins Leben gerufene Reihe „Meisterwerke“ hat der Kulturkreis noch heute im Programm. Diese Konzerte finden überwiegend im Rittersaal auf Schloss Gracht statt.

Kabarett

Neue Angebote sind dazu gekommen: seit vielen Jahren bietet der Kulturkreis Kabarett-Veranstaltungen an, die eine sehr gute Resonanz in der Bevölkerung haben. Viele namhafte Kabarettisten und Kabarettensembles waren schon in Erftstadt und haben das Publikum erfreut.

Kinder

Für die Kinder wurden und werden immer noch in der Vorweihnachtszeit Märchen nach Erftstadt geholt. Zum ersten Mal konnten wir für die Spielzeit 2008/09 die junge Kammeroper Köln mit der Kinderoper „Dornröschen“ verpflichten. Aber wir bieten auch moderne Theaterstücke an, die sich eher an Schulkinder richten.

Tanz

Anfänglich kam im Kulturkreis auch das Tanzen nicht zu kurz: 1972/1973 wurde unter der Federführung des Vereins mit der Tanzschule Thyssen ein Tanzkursus arrangiert. Daraus entwickelte sich 1976 der Tanzsportclub Grün-Gelb Erftstadt e.V. – ein inzwischen auch erwachsenes „Kind“ des Kulturkreises.

Städtereisen

Über viele Jahre wurden Städtereisen angeboten, z. T. auch in Zusammenarbeit mit der Bürgergesellschaft, bis durch ein verändertes Nachfrageverhalten der Bürgerinnen und Bürger diese Sparte aufgegeben wurde - genau wie Museumsbesuche und Kirchenführungen. An ihre Stelle traten mehrtägige Kulturreisen innerhalb Deutschlands oder auch ins europäische Ausland. Dieses Angebot erfährt heute großen Zuspruch; viele Mitfahrer sind begeisterte „Wiederholungstäter“.

Finanzen

Der Kulturkreis ist ein gemeinnütziger Verein. Seine finanziellen Säulen sind Mitgliedsbeiträge, der Erlös aus dem Verkauf der Eintrittskarten, der städtische Zuschuss sowie Spenden. Mit diesen Geldern wird das abwechslungsreiche und niveauvolle Programm geplant und durchgeführt. Gleichzeitig muss zwangsläufig immer darauf geachtet werden, die Veranstaltungen zu finanziell guten Konditionen einzukaufen, damit sie unseren Besuchern dann auch preiswert angeboten werden können.

Doch allein kostengünstige Vertragsabschlüsse und ehrenamtliche Tätigkeit von Vorstand und Beirat wären nicht ausreichend gewesen, um die kulturellen Veranstaltungen in der bewährten Qualität durchzuführen, wenn nicht der alljährliche öffentliche Zuschuss hinzugekommen wäre. Dieser wurde dankenswerter Weise für 2008 und 2009 erhöht. Nach 2009 muss über die Gestaltung der weiteren Bezuschussung zwischen den Beteiligten gesprochen werden.

Der Kulturkreis verlässt sich jedoch auf die vergangenen und gegenwärtigen Zusagen von Politik und Verwaltung der Stadt. Eine sehr deutliche Aussage kam im Jahre 1993 vom damaligen Bürgermeister Rips: „Der Kulturkreis hat … eine bedeutende kommunale Aufgabe übernommen, ohne in die Verwaltung der Stadt eingebunden zu sein. Wir wissen aber auch, dass der Kulturkreis ein anspruchsvolles Programm nur aufrechterhalten kann, wenn er in angemessener Weise durch die Stadt Erftstadt ideell und vor allem finanziell gefördert wird.“ (Fettdruck vom Verfasser dieses Textes). Das Jahr 2010 wurde hinsichtlich der weiteren öffentlichen Finanzierung des Kulturkreises zur Nagelprobe.

Der ehrenamtlich arbeitende Vorstand des Kulturkreises Erftstadt e.V. steht hinter der geltenden Vereinskonstruktion und wünscht daher auch keine Änderung der bestehenden Struktur, die durch Selbständigkeit, hohe Flexibilität, aber auch durch Verantwortung gegenüber Mitgliedern und Besuchern und gegenüber der Stadt Erftstadt gekennzeichnet ist. Er wirbt aber auch dafür, dass sich alle Vertreter der Stadt ideell und vor allem politisch dafür einsetzen, dass die Rahmenbedingungen des Kulturkreises optimal bleiben und der Kulturkreis somit für Erftstadt attraktive kulturelle Veranstaltungen anbieten kann. Erftstadt liegt nicht nur „Tür an Tür mit der Natur“, sondern sollte auch „Tür an Tür mit der Kultur“.

Der verstorbene Schauspieler Charles Regnier schrieb 1993 eigenhändig in einen unserer Kulturkalender:

„Den Besucherinnen und Besuchern des Kulturkreises Erftstadt wünsche ich eine schöne und zufriedenstellende Wintersaison. Der mit viel Sinn für Vielseitigkeit und Qualität ausgesuchte Spielplan möge

Ihre Erwartungen erfüllen:

Ihr Interesse erwecken,

Ihre Gemüter bewegen,

Ihr Gelächter erregen.

(Alles, versteht sich, zur rechten Zeit!)

Ich freue mich, das Meinige dazu beitragen zu können .In der Hoffnung, dass es gelingen wird, bin ich bis zum 06.November mit besten Grüßen. Ihr Charles Regnier“

Der Kulturkreis wird auch weiterhin dafür sorgen, dass sein Programm von qualitativer Vielseitigkeit geprägt ist. Die Bürgerinnen und Bürger Erftstadts und der Umgebung werden in uns einen verlässlichen Partner haben, der ihrem Wunsch nach kulturellem Leben „vor Ort“ entgegenkommt und damit auch das Ansehen der Stadt mehrt – in Erftstadt selbst, aber auch in der Region.